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Möchten Sie Secondlife wirklich deinstallieren?

Warum stellen Programme Fragen? Warum kann das Programm nicht einfach tun was man von ihm möchte?

Wenn ich nicht deinstallieren möchte, warum drücke ich dann entfernen?

Warum stellen Programme Fragen die ich nicht überzeugend beantworten kann?

Nein. Eigentlich möchte ich Secondlife nicht deinstallieren. Eigentlich möchte ich mein Secondlife sogar fortsetzen.

Die Abende mit Matze im Club. Mein geplantes Projekt umsetzen. Was ich eigentlich deinstallieren möchte sind die vielen Betrüger im Secondlife.

Mein Secondlife hat mich bislang etwa 1000,- Euro gekostet, dazu kommen 150.- Euro aus Dummheit und zusätzliche

400,- Euro an dich. Du hast ja nicht im Ernst vor mir die jemals zurückzugeben? Oder? Ich frage dich nicht, ich würde die gleiche Antwort erhalten wie bei den Unterlagen. Ich mach es fertig. Blablabla. Nichts machst du!

Was hast du in der ganzen Zeit gemacht?

Du hast einen Block hingestellt, hast dich selbstverwirklicht auf meine Kosten.

Hast meinen Club in eine Bonbonfabrik mit 1000 Farben verwandelt, hast alles abgerissen aus Trotz, weil ich es so nicht haben wollte. Hast wieder angefangen, wieder nach deinen Vorstellungen meinen Club gebaut.

Aber das war nicht alles. Du bist noch einen Schritt weitergegangen.

Du hast meine Firma im Reallife kritisieren. Du hast mich kritisiert. Du hast meine Beziehung analysiert, kritisiert.

Hast bewußt Wunden aufgerissen um mich anschließend liebevoll zu trösten. Im nächsten Moment hast du mich wieder runtergemacht.

Du hast von Liebe gesprochen. Von Gefühlen. Von gemeinsamen Plänen. Auswandern. Newlife.

Du hast mir vorgeworfen ich bin unehrlich, weil ich in einer kaputten Beziehung stecke und mich nicht von jetzt auf gleich lösen kann. Du schläfst mit deiner Secondlife-Bekanntschaft die sich schutzsuchend in deine Arme geflüchtet hat, nachdem du ihre Beziehung zerstört hast, und mir ein Fenster weiter von großen Gefühlen schreibst.

Aber das ist ja was ganz anderes, schließlich hast du ja keine Beziehung am Start.

Du gaukelst mir vor dein Vater hat die Millionen auf dem Konto, musst dir aber von mir, und das obwohl es so wie ich meine Firme führe ja sowieso nichts werden kann,  23,- Euro leihen.

Deine Familie, ja meine Güte, die hat soviel Geld, die weiß schon nicht mehr wohin mit der ganzen Kohle.

Du wirfst mit Milliarden, Millionen und Zahlen um dich während unseren Telefonaten. Ich sage nichts dazu. Bin nicht fähig zu denken, höre nur deine Stimme und wünsche mir das der warme, weiche Untergrund den deine Stimme verspricht echt sein mag. Er ist und war es nicht. Der Untergrund war hart.

Hart und eiskalt. So hart das man fast darauf zerschmettert wenn man fällt. Aber nur fast. Das Blut ist gespritzt als mir klar wurde du fängst mich nicht. Unter mir ist nur der Abgrund. Hart und eiskalt.  

Ich habe mein Konto in den Soll gerissen, bis oben hin und noch weiter. Du brauchtest Geld. Dringend. Jetzt sofort. Wie immer wenn du was brauchtest. Jetzt. Ich habe jemanden organisiert der dir Kohle bringt. Hessen - Bayern. Kein Problem. Ich dachte wir sind Freunde und vielleicht ein bisschen mehr.

"Ich gebe es dir zurück, Mitte September"

Inzwischen ist März und ch habe keinen Cent gesehen von dir. Nicht einmal die 23,- Euro.

Bis November hat es gedauert bis ich nachdenken konnte.

Du hattest eine Freundin. Oder hast es nur gesagt. Ich weiß es nicht. Plötzlich. Ohne Vorwarnung. Vor ein paar Tagen, oder waren es nur Stunden, hattest du mir noch Gedichte und Gesäusel geschickt. Jetzt erzählst du mir du hast eine Freundin. Die Welt ist ja so toll. Ich bin plötzlich deine beste Freundin. Aber das alles ist was ganz anderes, weil du nicht in einer Beziehung steckst.

Du hast versucht mich und meine beste Freundin auszuspielen. Es hat nicht funktioniert. Du dachtest es nur. Wir hatten abgesprochen das sie so tut als wüsste ich nichts davon. Gottseidank.

Du wolltest das ich dich besuchen komme. Ich kann nicht, war meine Antwort. Begründen konnte ich es nicht. Ich hatte Angst, wovor weiß ich heute erst. Ich wollte alleine auf dem Untergrund zerschellen, nicht vor dir. Mir das letzte bisschen Selbstachtung nicht auch noch von dir nehmen lassen. Mich nicht durch einen Besuch von dir abhängig machen. Du wolltest das ich mit dem Zug komme. Mit dem Auto wäre ich gekommen. Das Telefon griffbereit um Freundin, Mutter, wen auch immer anzurufen, wenn sich alles in Schall und Rauch aufgelöst hätte. Nein, mit dem Zug kommst du, war deine Antwort. Nein, war meine Antwort.

Auf dem harten und eiskalten Untergrund wächst langsam wieder Rasen. Keine bunte Frühlingswiese. Aber Rasen. Sport- und Nutzrasen wahrscheinlich. Die Wiese ist noch nicht deckend, hier und da gibt es noch Stellen, da kann man den harten Untergrund fühlen. Und wenn man genau hinschaut, dann sieht man auch das Blut noch, was der Aufprall hinterlassen hat. Aber das passiert selten. Im Alltag ist die Wiese schon ein guter Untergrund. Nur wenn ein Unwetter aufzieht, Regen und Gewitter sich ankündigen. Oder wenn ein Programm fragt: "Möchten Sie Secondlife wirklich deinstallieren?" 

In solchen Momenten hält die Wiese den Regen noch nicht ab. Aber Regen hat etwas gutes, er spült das Blut vom Untergrund immer weiter weg. Immer weiter, bis nichts mehr da ist, von dem harten Stein, dem Blut und dir - in mir.

Ja, wirklich deinstallieren.

 

17.3.08 09:00

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